Unser Ritual vom 17.5.21

Ritual zum Gedenken an unsere PatientInnen

Am 17.5.2021 führten wir zum Gedenken an die von uns begleiteten und verstorbenen PatientInnen ein Ritual am Strandbad in Mannheim durch.

Warum ein Ritual?

 

 

Unsere palliative Arbeit erfordert täglich und bei jedem Patienten und ihren Angehörigen, dass wir uns auf sie einlassen, versuchen ihre Ängste, Nöte, Sorgen und Belastungen zu erfassen. Diese emphatische Arbeit erfordert ein ständiges Balancieren auf einem Grat zwischen professioneller Distanz und einem emotionalen Einlassen auf den Menschen gegenüber!

Dies erfordert viel Kraft, Mut und birgt das Risiko selbst emotional beteiligt zu werden.

Die Anforderungen an uns sind sehr unterschiedlich!

 

Manchmal sind die Verläufe und unsere Begleitungen sehr, sehr kurz, teils im Stundenbereich, andere wiederum erstrecken sich durchaus auch über Monate.

Wir begeben uns in den Strudel der Emotionen der Angehörigen und PatientInnen vom Schock des raschen Verlaufs und unmittelbar bevorstehenden Todes und der psychischen Belastung bei längeren Verläufen und der damit gespaltenen inneren Haltung, die einerseits sagt: „hätte er/sie es doch nur schon geschafft“ und auf der anderen Seite „ich möchte dich nicht loslassen“.

 

Das macht natürlich auch etwas mit uns!

 

Hier kann niemand unbeteiligt bleiben und die Arbeit und Belastung des Tages kann niemand einfach so von sich wischen!

Um selbst nicht krank zu werden, benötigt ein Team viele Hilfestellungen!

Neben einem guten Teamgeist und Zusammenhalt führen wir hierzu regelmäßige Supervisionen, Teamsitzungen, Einzelgespräche, gemeinsame Frühstücke und Rituale durch.

Im Rahmen eines Rituals gedenken wir der PatientInnen und ihre Angehörigen, die sich in unserer Obhut befanden.

Am 17. Mai streuten wir Blüten in den Rhein als Zeichen der Verbundenheit, der Anteilnahme und der positiven Gedanken!

Negative Gedanken und Erfahrungen wurden als Kieselstein weit in den Rhein geworfen und in ihm versenkt!